HiFi

Der Aufnahmeratgeber

Musik Bar
Spectrum

Schon von Beginn meiner HiFi-Obsession an beschäftigte mich das Thema Recording. In erster Linie bestand anfänglich natürlich das Interesse Schallplatten von Bekannten zu überspielen (ein Schülerbudget gibt nicht unbedingt viel Geld für eigene Platten her) oder Mitschnitte aus dem Radio zu machen. Später kamen dann Aufnahmen für den Walkman, das Auto und letztlich auch eigene Sampler aus den unterschiedlichsten Motiven dazu.

Wozu eigene Sampler? Z.B. eigene Kuschelrockvarianten, Musik die auch über Stunden im Hintergrund bei gemütlichen Sit-Ins laufen kann, oder einfach die Lieblingsstücke aus dem eigenen Platten-/CD-Schrank in musikalischer oder audiophiler Hinsicht.

Heute wollen viele auch Ihre guten alten Langspielplatten auf CD bannen. Ein einfaches Programm zur Audioaufnahme mit dem PC, ohne Nachbearbeitungsmöglichkeiten, kann hier heruntergeladen werden. Es braucht nichts installiert werden, einfach die .exe-Datei ausführen! Für weitere Informationen zu diesem sehr schönen Free-Ware Programm besuchen Sie bitte die Seite des Autoren: www.no23.de

Welches ist nun das geeignete Aufnahmemedium für welchen Zweck?

Anfänglich war das früher recht einfach. Wer nur ein begrenztes Budget hatte kam an der Kompaktkassette nicht vorbei. Schon in den 70ern gab es ja ein genügend großes Angebot an Kompaktanlagen und Einzelbausteinen unterschiedlichster Preis- und Qualitätskategorien.

Wer mehr investieren konnte, entschied sich natürlich, zumindestens für die Heimanwendung, für ein Tonband mit 1/4- oder besser 1/2 Spur-Technik.

In den 80ern kamen dann HiFi-Videorecorder dazu, welche den großen Spulenbändern in Punkto Klangqualität paroli bieten konnten und darüber hinaus preiswerter und vielseitiger waren (schließlich konnten die auch noch Bilder aufzeichnen und glänzten mit extrem langen Spielzeiten).

Und dann kam die Digital-Ära.

DAT, DCC, MD, CD-R, CD-RW und nun auch noch MP3 (DVD und Festplattenrecording wird demnächst behandelt).



Versuchen wir also ein wenig Licht in den Dschungel zu bringen. Eine allgemeingültige Aussage "das beste Medium" lässt sich hier sicherlich nicht finden. Gerade derjenige, welcher nicht gerade zu den HiFi-Freaks gehört, ist oftmals allein gelassen und muss sich im Handel Statements wie "Dolby B schneidet nur die Höhen weg, Dolby C arbeitet da ganz anders und ist deshalb besser!" anhören.


Daher will ich im folgenden versuchen die Vor- und Nachteile der momentan verbreitesten Aufnahmemöglichkeiten darzustellen. Schließlich ist die Wahl von vielen Parametern abhängig: Wofür sind die Aufnahmen, welche Qualität sollen sie haben, was will ich aufnehmen, wo will ich sie abspielen, wie komfortabel/leicht zu bedienen soll das ganze sein und letztlich natürlich auch wieviel darf der Spaß kosten?

Nicht zuletzt sollte auch auf die neuesten Urheberrechts Gesetze geachtet werden! So ist es z.B. inzwischen verboten Kopierschütze zu umgehen, auch für den privaten Gebrauch darf also z.B. keine digitale Kopie einer kopiergeschützten CD erstellt werden!

Mein Tipp: Kopiergeschützte CDs gar nicht erst kaufen, diese sind ohnehin nicht dem sogenannten Red Book Standard konform, also keine Compact Disk Audio (das Logo ist auf diesen Silberlingen auch nicht mehr drauf), was dann unter Umständen zu Problemen beim Abspielen führen kann.


Compactkassette

Sicherlich das immer noch verbreiteste Medium.

Vorteile sind ohne Zweifel die hohe Verfügbarkeit von Aufnahme- und Wiedergabegeräten. Für den mobilen Einsatz gibt es Walkmen, Autoradios mit Kassettenteil sind inzwischen Standard.

Klang: Die Klangqualität reicht von nicht vorhanden bis zu HiFi tauglich. Auch wenn in den letzten Jahren die Geräte und auch die Bänder deutlich preiswerter wurden, "verdammt nah an der CD" ist und bleibt nur ein Werbeslogan!

Als Nachteil kommt die begrenzte Laufzeit hinzu, für richtig gute Aufnahmen muss man sich schon ein wenig auskennen mit BIAS-Einstellung und Pegelanpassung. Komfort? Wem schneller Vor- und Rücklauf mit Bandzählwerk reichen, für den ist's o.k.

Haltbarkeit der Aufnahmen: Ein paar mal im Auto, im Walkman in der Sonne und das Band ist hin. Selbst gut behütete ältere Bänder weisen eklatanten Höhenschwund auf. Mechanische Probleme wie Gleichlaufschwankungen und Pegelschwankungen speziell im Höhenbereich treten selbst bei besseren Geräten auf.

Fazit: Lohnt sich eigentlich nur wenn schon Kassetten da sind, aber das alte Gerät schlapp gemacht hat. Ansonsten gibt's heute für alle Anwendungsbereiche besseres und zum Teil auch preiswerteres.


Tonband

Eine leider nahezu ausgestorbene Spezies. Faszinierend ist es schon, eine richtig große Spulenbandmaschine zu genießen. Allein die Optik der sich drehenden Spulen ist klasse. Darüber hinaus klingen zu mindestens die 1/2 Spur-Geräte hervorragend.

Fazit: Wer eins hat, bloß behalten oder mir schenken! Wer keins hat, hatte oder je gesehen/gehört hat - Pech gehabt.


HiFi-Videorecorder

Die Alleskönner. Einst als es die digitalen Aufnahmegeräte noch nicht gab, waren sie die Alternative zum Tonband. Durch Ihre Schrägspurtechnik mit rotierendem Kopf erlauben sie eine hohe relative Bandgeschwindigkeit, Voraussetzung für hohes Frequenzspektrum bei niedrigem Rauschen. Darüber hinaus zeichnen sie auch noch Bilder auf und versorgen diese mit ordentlichem Ton, wichtig für die beliebten analogen Surroundanwendungen im Heimkinobereich.

Der Klang: Die besten Geräte liefern einen im Analogbereich absoluten Spitzenklang, Datenreduzierte Digital-Systeme sind da nicht viel besser.

Vorteile: Hohe Verfügbarkeit von Geräten und Bändern, sie zeichnen auch Bilder auf, Klang weitestgehend unabhängig von den eingesetzten Bändern (bitte keinen Billigschund, der ruiniert den Kopf). Außerdem extrem lange Laufzeit, max. 5 Stunden in Standardgeschwindigkeit, mit kleinen Klangeinbußen im Longplaymodus sogar max. 10 Stunden!

Nachteile: Bei schlechteren Geräten Klangbeeinträchtigungen durch Kopfumschaltgeräusche. Kein Mobileinsatz. Je nach Gerät Videorekordertypische Bedienmängel.

Komfort: Ganz unterschiedlich. Manche ermöglichen das Setzen, Löschen und Neunummerieren von Startmarken und deren direktes Ansteuern, ähnlich einem CD-Player. Unbedingt drauf achten, dass manuell ausgesteuert werden kann, die Automatiken taugen nur zum Aufzeichnen der Tagesschau.

Haltbarkeit der Aufnahmen: Meine Ende der 80er mit dem Sanyo VHR-3700G gemachten Aufnahmen sind noch wie neu!

Fazit: Wer nicht digital möchte und keinen Mobileinsatz will, sollte hier zugreifen. In Surroundanlagen gehört sowieso einer. Absolutes Muss ist ein solches Gerät, wenn extrem lange Laufzeiten am Stück benötigt werden.

P.S.: Inzwischen gibt's auch digitale Videorekorder. In Ermangelung irgendwelcher Erfahrungen hiermit, kann ich hier jedoch nichts weiter darüber sagen, außer dass sie sehr teuer sind (ca. EUR 3000,--).

P.p.S.: Derzeit kommen verstärkt sogenannte Harddiskrekorder und DVD-Rekorder in den Handel. Diese Geräte sind dem guten alten Videorekorder in nahezu allen Bereichen deutlich überlegen. Mittelfristig wird das wohl dazu führen, dass Videorekorder nur noch im Low-Budget Bereich angeboten werden, langfristig werden sie wohl ganz aussterben.

Aktualisierung: Wie vermutet sind HiFi-Videorekorder fast nur noch im Low-Budget Bereich erhältlich. Für HiFi-Zwecke zumeist nicht zu gebrauchen. Ein Kapitel über Harddiskrekorder und DVD-Rekorder wird demnächst kommen.


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